Thema: Verfahrenstechnologien bei der Graffitientfernung

Trockenstrahl-Verfahren

Beim Trockenstrahl-Verfahren wird Strahlgut mit elastischen Eigenschaften und feinstem Korn verwirbelt. Der mit wenig Druck verhältnismäßig sanfte Aufprall des Granulats aus verschiedenen Richtungen hat eine mit einem Radiergummi vergleichbare Wirkung. Dieses schonende Verfahren kommt ohne Wasser aus und lässt sich durch variierbare Einstellungen unterschiedlichen Anforderungen anpassen.

Niederdruck-Feuchtsandstrahl-Verfahren

Beim Feuchtstrahl-Verfahren wird das eingesetzte Feinstrahlmittel mit Wasser und Druckluft zusammengeführt. Der einzusetzender Arbeitsdruck und die Strahlmittelmenge ist an Probeflächen zu ermitteln durch variierbare Einstellungen und abschließend den jeweiligen Anforderungen anzupassen.

Niederdruck-Rotationswirbel-Verfahren

Das Rotationswirbelverfahren im Niederdruckbereich wird zur Reinigung von alten Beschichtungen und Ähnlichem eingesetzt. Dieses Materialschonende Nassstrahlverfahren wirkt durch Strahlgut, Pressluft und Wasserdruck, die spiralförmig verwirbelt eine dosierbare Scheuer- und Schleifwirkung erzielen. Durch Abstimmung der Drücke und der Granulatsorten aus Glas- oder Steinpuder sowie aus Nussschalen werden die Materialoberflächen und Fugen weitgehend geschont. Mit einer einstellbaren Wassermenge wird die Durchfeuchtung der behandelten Flächen begrenzt.

Unterdruck-Trockenstrahl-Verfahren

Das Strahlgut wird aus dem Inneren des Gerätes bis zur Strahllanze angesaugt. Es erreicht an ihrem Ausgang eine sehr hohe Geschwindigkeit und dementsprechend hohe Strahlenergie. Das Strahlgut trifft auf die Oberfläche und trägt dort die Farbe bzw. Verschmutzungen ab. Dies geschieht schnell und staubfrei. Das benutzte Strahlgut wird nun wieder in das Innere des Gerätes transportiert und dort vom Schmutz gereinigt, um schließlich dem Kreislauf erneut zugeführt zu werden.

Nebelstrahl-Verfahren

Das Nebelstrahlverfahren ist sehr Substanz schonend und ohne Staubemission. Das Strahlungsmittel wird in erste Linie durch Luft transportiert, wobei die Wasserzugabe gerade genug Feuchtigkeit zur Bindung des Staubes freisetzt. Strahldruck, Granulatmenge und Wasserzufuhr lassen sich nach Bedarf einstellen. Dabei bleibt die Wasserbelastung der Materialoberfläche äußerst gering, so dass dieses Verfahren auch auf Holz eingesetzt werden kann. Der Reinigungseffekt ist bei hervorragender Schonung des Materials gut. Das nahezu trocken abfallende Strahlgut lässt sich mit dem Bauschutt zusammen entsorgen, sofern es nicht durch Schadstoffe von den gereinigten Objektoberflächen belastet ist.

Hochdruck-Verfahren

Beim Hochdruck-Verfahren wird mit einem Betriebsdruck zwischen 800 und 1200 bar und einer zusätzlichen Fördermenge von 100 bis 350 l Wasser pro Minute gearbeitet. Durch den harten Strahl mit kaltem oder warmem Wasser werden auch hartnäckigste Verunreinigungen entfernt, allerdings sind erhöhte Substanzverluste der Oberfläche zu berücksichtigen. Eingeschränkte Möglichkeiten in der Anwendung.

Heißdampf-Verfahren

Das Wasser kann in einem Heißdampfreinigungsgerät auf bis zu ca. 150 Grad Celsius erhitzt und über eine Flachdüse auf die Oberfläche geleitet werden. Der auf die Oberfläche auftreffende Heißdampf hat gute Reinigungswirkung, die abzutragenden Farbschichten werden aufgeweicht und abgeschält. Temperatur und Dampfdruck können den Oberflächen angepasst werden.

Trockeneisstrahl-Verfahren

Das Trockeneisstrahlen ist ein Druckluftstrahlverfahren, bei dem Trockeneis mit einer Temperatur von ca. -78° Celsius als Strahlmittel eingesetzt wird. Im Gegensatz zu anderen Strahlmitteln geht Trockeneis bei Umgebungsdruck ohne Verflüssigung direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Somit bleiben nach dem Strahlen keine Strahlmittelrückstände zurück, sondern bloß der gelöste Schmutz.

Lasertechnik

Das Laserverfahren eignet sich besonders gut zum gezielten Entfernen einzelner Schriftzüge. Der entscheidende Vorteil gegenüber herkömmlichen mechanischen und chemischen Verfahren ist, dass die Oberfläche nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Durch den Wegfall der Lösungsmittel ist die Methode insgesamt umweltfreundlicher und vor allem ungiftig. Bei diesem Verfahren werden innerhalb von Bruchteilen einer millionsten Sekunde gepulste Laser mit sehr hoher Lichtleistung auf die Farbschicht gestrahlt. Dadurch platzt diese in kleinen Teilchen ab.

Überstreichen

Eine Möglichkeit, auf die gerne zurückgegriffen wird, ist das direkte Überstreichen (optische Fassadenwiederherstellung) des Graffitis, bei dem der Untergrund allerdings möglicherweise verschlossen wird (die häufig verwendeten Sprüh-Lackfarben haben keine Wasserdampfdurchlässigkeit und Atmungsaktivität, oftmals bleibt es erfahrungsgemäß nach Wiederherstellung durch Anstrich nicht bei der einmaligen Graffitiverunreinigung). Auftretende Spätfolgen sind Feucht- und Bausubstanzschäden, weil nach und nach die Oberfläche an den unterschiedlichsten Stellen verschlossen wird. Ein weiterer ernstzunehmender Nachteil bei der Nichtentfernung ist, dass in Sprühfarben vorhandene Weichmacher, Lösungsmittel weiter unsichtbar in Poren der Bausubstanz eindringen; so können Schäden als Folge zum Beispiel bei Dämmmaterial an den Wärme-Verbund-Systemen nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Chemische Reinigung

Abbeizen

Abbeizpasten wirken durch die in ihnen enthaltenen organischen Lösungsmittel oder Ähnlichem. Daher müssen sie auf die abzutragenden Schichten einwirken, ehe diese mit dem Spachtel abgehoben werden können. Wiederholte Anwendungen sind bei besonders dicken und bei mehreren Farbschichten notwendig, wobei man abschnittsweise von oben nach unter vorgehen sollte. Nacharbeiten mit Bürste und Abwaschungen mit Verdünner schließen die Arbeit ab. Nachteile: Lösungsmittel gefährden die an der Maßnahme Beteiligten und die Umwelt, weshalb sie auch nicht in die Kanalisation gelangen dürfen. Auch das damit verunreinigte Wasser, das zum Abwaschen der behandelten Flächen benutzt worden ist, muss entsorgt oder chemisch gebunden werden.

Säuren und Laugen

Noch aufwendiger gestalten sich die Arbeiten mit Säuren und Laugen, die ebenfalls nicht ins Abwasser gelangen dürfen. Nachteilig sind die großen Mengen Wasser, die zum mehrmaligen Nachwaschen benötigt werden und aufwendig neutralisiert und entsorgt werden müssen. Die Aufgeführten Verfahrenstechnologien haben individuelle Verfahren, Vor- und Nachteile in der Oberflächenbearbeitung, Kosten, Oberflächenabrieb abrasiv – nicht abrasiv, Entsorgungskosten, Umweltschutzproblematiken.

Vor Beginn der Graffiti Entfernungsarbeiten sollte gründlich die Bausubstanz (Oberflächen-Beschaffenheit) analysiert werden, weil Sprühfarben und vorhandene Farbpigmente unterschiedlich tief in die jeweils vorhandenen mineralische Untergründe (Putze, Wärme-Verbund-System, Beton, Mauerwerk, Naturstein, Fugen, Kunststoff…) eindringen. Danach kann man eine optimale Reinigungsmethode wählen und empfehlen.

Zudem wird das Reinigungsergebnis in Abhängigkeit von der Art und Saugfähigkeit des Untergrundes, der verwendeten Graffiti- Sprühfarben und dem eingesetzten Reinigungsverfahren oftmals einen Kompromiss darstellen. Gerade bei stark saugfähigen oder gestrichenen Untergründen ist eine optische Veränderung häufig nicht zu vermeiden. Sei es, weil die Farben zu tief in den Untergrund eingedrungen sind, sich mit dem Material verbunden haben, oder die Beschaffenheit des Untergrundes die Möglichkeiten der Bearbeitung stark einschränken.

Je fester der Untergrund, je geringer die Saugfähigkeit und umso jünger das Graffiti, desto wahrscheinlicher ist die rückstandslose Entfernung.

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